Bericht Leipziger Stadtfahrt 2018 – Go West mit der Stadtfahrt – von Leipzig nach Leipzig

Es sollte mal was Anderes sein zur 13. Leipziger Stadtfahrt. Mal nicht die südlichen Seen, mal nicht die Weiße Elster südlich von Leipzig und auch die Pleiße lockte uns dieses Jahr nicht. Nein, wir wollten nach Westen, raus aus der Stadt, ein Stück über Land und wieder rein in die Stadt. Ein
bisschen sportlich, aber dafür ohne Auto- Umsetzen machbar. Wie geht das? Das erkläre ich gleich.

Zunächst mal zu den Fakten. Die 13. Leipziger Stadtfahrt startete am 14.04.2018 mit 54 Teilnehmern aus 13 Vereinen und 3 Einzelpaddlern. Etliche Sportfreunde besuchten die Veranstaltung nur am Sonnabend, 20 Sportfreunde wollten auch das Sonntagsprogramm mitmachen. Am Sonntag kamen dann noch Einige extra zur alljährlichen Ökoschulung und die anschließende Paddeltour fand dann doch noch einige spontane Mitfahrer mehr.
Das Wetter war uns dieses Mal hold- endlich mal eine Stadtfahrt (fast) ohne Regen und bei angenehmen frühsommerlichen Temperaturen! Den Regen hatten wir Freitag Nacht, danach blieb uns die Sonne das ganze Wochenende treu.

Bevor wir jedoch nach Westen starten konnten, mussten wir den Teilnehmern eine kleine Änderung der Streckenführung mitteilen. Am vorhergehenden Sonntag hatten wir die Strecke Probe befahren und dabei festgestellt, dass die Nahle aufgrund einer Baustelle in  ihrem Zufluss, der Kleinen Luppe, so gut wie kein Wasser führte und damit die Befahrung der Nahle unterhalb des Elsterbeckens erheblich erschwert war. Das wollten wir dann unseren Teilnehmern doch nicht zumuten und dem kleinen Flüsschen auch nicht.
Also führten wir die Tour direkt über die Neue Luppe, aber dazu später.

Zunächst eröffneten wir unsere Tour am Startpunkt Bootshaus Nonnenstraße. Einige Sportfreunde kamen die Elster aufwärts gepaddelt, sie übernachteten im Bootshaus Klingerweg oder konnten zumindest dort einsteigen und ihre Autos parken. Vielen Dank dafür an die Sportfreunde das SC DHfK und vom Bootsverleih Klingerweg!
Wir starteten gegen 10:30 Uhr. Zunächst ging´s die Weiße Elster hinab, mitten durch´s Wohngebiet bzw. die Stadtteile Schleußig und Plagwitz. Schon nach ca. 1,5 km erwartete uns das erste zu umtragende Hindernis, das Palmengartenwehr. Unterhalb des Wehres liegt das Elsterbecken. Das Elsterbecken wurde 1925 als Hochwasserschutzeinrichtung für die Stadt Leipzig fertiggestellt und leidet immer wieder unter Verlandung. Daher hieß es- aufpassen, flach!
Rechts grüßten die Anlagen der Deutschen Hochschule für Körperkultur und Sport und die Red-Bull-Arena. Links hatte man schon den Eindruck, mitten im Grünen zu sein, wenn nicht die Fahrgeräusche des Motodroms am Cottaweg und die Schüsse der Schützen am Schützenhaus an der Hans-Driesch-Straße uns verdeutlichten, dass es eben auch lautere Sportarten gibt.

Nach weiteren ca. 3 km versperrte uns das Luppewehr in der Mitte des Elsterbeckens die Weiterfahrt, wir trugen auf relativ bequemen Weg und über die Wiesen links um. Unten strömte die Neue Luppe kräftig dahin. Auf dem linken Ufer sahen wir die Einmündung des Ablaufs der Kläranlage Rosental, auch die Leipziger Bürger brachten uns kräftig Wasser zum Weiterpaddeln!
Nach Unterquerung der flachen Brücke des Heuweges ca. 400 m unterhalb des Wehres hopsten wir über etliche Schwälle und freuten uns über das junge Grün auf den Deichen. Wir begrüßten die Schafe mit neugeborenen Lämmchen am Ufer und waren dann nach ca. 12 km flotter Fahrt weniger erfreut, dass uns eine weitere Schafherde an unserem geplanten Ausstiegspunkt Selbiges verwehrte. Also stiegen wir oberhalb des Weidezaunes aus, beluden unsere Bootswagen und rollten die Boote eben noch 200 m weiter als geplant. Eigentlich kann man sich ganz gut orientieren- wenn auf der linken Seite der Auewald wieder anfängt und man eine Fußgängerbrücke
unterquert, sieht man links ca. 300 m weiter unterhalb der Brücke einen Wegweiser zur Domholzschänke. Von da führt ein Waldweg westlich in den Wald hinein, diesem folgten wir.

Auf dem Weg gelangt man zum idyllisch gelegen Ausflugslokal „Domholzschänke“, aber da wollten wir nicht hin. Wir bogen vor der Domholzschänke auf den zum „Äußeren Ring“ gehörenden Fahrradweg rechts ab und folgten diesem Weg bis zur Straße Am Kanal Richtung Dölzig. Dort an der Einmündung des Feldweges auf die Straße wartete nämlich wieder Uwe mit seinem Imbissteam und sorgte in gewohnt guter Qualität für die Verpflegung der Teilnehmer und deren Erholung nach immerhin 1,7 km Landtransport. Hierfür musste man schon gut zu Fuß sein! So waren wir nun fast am westlichsten Punkt unserer Fahrt, aber die sportlichen Herausforderungen waren noch nicht alle bewältigt.
Gestärkt brachten wir auch die letzten 800 m bis zum Saale-Leipzig-Kanal (oder auch Elster-Saale-Kanal genannt) hinter uns, trugen die Boote die steile Treppe zum Kanal hoch und setzten dort oben! ca. 10m über der Straße ein. Oben? Ja, der Saale-Leipzig-Kanal ist ein Relikt des Traums, Leipzig (über die Saale) an das Weltmeer anzuschließen, und so entstand bis zum 2. Weltkrieg hier eine Wasserstraße, die die Gegend geradlinig durchschneidet und kein Gefälle hat.
Und wenn das Gelände eben nicht passte, wurde der Kanal oberhalb des natürlichen Geländes gebaut. Die Straße unterquert hier den Kanal. Dieser ist allerdings unvollendet und endet imWesten ca. 8 km vor der Saale…

Somit paddelten wir auf stehendem Gewässer bis zum südöstlichen Ende des Kanals, nun also wieder ostwärts, getrieben von einem leichten Rückenwind. Der Kanal endet Luftlinie 100 m vor dem Lindenauer Hafen, ein weiteres Relikt des Traums vom Anschluss an die Weltmeere. Der Landweg ist ein wenig verschlungener und weiter, aber auch diese letzte Hürde nahmen alle Teilnehmer mit Bravour. Dank der guten Beziehungen eines Sportfreundes hatte uns die Fa. Papenburg ermöglicht, ihr ansonsten geschlossenes Werktor zu passieren, sodass wir auf direktem Weg zur Lyoner Straße rollen konnten.

Vom Lindenauer Hafen bis zu unserem Bootshaus sind es noch 4 km, wieder mitten in der Stadt. Am Hafen entstehen zurzeit viele neue Wohnhäuser, die auf die zukünftige Belebtheit des Quartiers schließen lassen. Der anschließende Karl-Heine-Kanal ist schon jetzt ein stark genutztes und allgemein bekanntes Spazier- und Paddelrevier.

Wieder am Bootshaus Nonnenstraße angekommen, verköstigten wir unsere Gäste noch mit Kaffee und Kuchen, bevor sich die Tagesgäste verabschiedeten. Nicht alle, einige blieben auch noch gern zum abendlichen Lagerfeuer und geselligen Beisammensein bei Gegrilltem und Fassbier.

Am Sonntag schien uns dann wieder die Sonne, Uwe briet sein traditionelles Rührei am Feuer, die Ökoschüler bildeten sich und die Anderen paddelten ein bisschen. Nach Ännes köstlicher Mittags-Suppe starteten wir zur Stadtrunde über die Elster und das Elsterflutbecken mit kurzem Abstecher zum Stadthafen. Auch von hier wird es zukünftig noch neue Paddelmöglichkeiten geben. Auch
diese kurze Runde von knapp 9 km bietet auf kurzer Strecke alles- urbanes Gebiet, Auewald, Parklandschaft, Kanal, strömende Abschnitte…

Und wieder gab es zum Abschied Kaffee und Kuchen, und so gestärkt machten sich auch die letzten Teilnehmer zur Heimfahrt auf.

Wir freuen uns jedes Jahr, sowohl Stammgäste als auch neue Sportfreunde zu treffen und hoffen, auch zur 14. Leipziger Stadtfahrt 2019 wieder viele Teilnehmer von den vielfältigen Paddelmöglichkeiten in Leipzig begeistern zu können.

Ich danke allen Helfern aus meinem Verein und auch Grit Hagemann von Motor West für die Unterstützung der Veranstaltung – nur durch unsere gemeinsame Arbeit können wir immer wieder dieses schöne Event gestalten!

Carola Hernla-Bloy
KFZ Leipzig SW e.V.

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